Rente ab 67

Durch die derzeitige Euro-Krise werden immer neue Sparmaßnahmen der Staatsinstitutionen medial diskutiert. Ein Dauerbrenner ist dabei das Pensionsantrittsalter. Ab 2012 bis 2029 soll in Deutschland das Rentenantrittsalter auf 67 erhöht werden. Doch nicht zuletzt durch die politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen der letzten Wochen wird der Ruf nach einer Erhöhung des Antrittsalters auf 70 Jahre laut. Das obwohl Deutschland damit derzeit im europäischen Spitzenfeld liegt. Führende Wirtschaftswissenschaftler halten eine Anhebung des Pensionsantrittsalters für unverzichtbar. Doch eine reine Steigerung des formellen Alters kann nicht ausreichend sein. Zu priorisieren ist das faktische Pensionsantrittsalter, also wann wirklich in Pension gegangen wird. Diese sind durchaus voneinander abweichend, einerseits durch Privilegien bestimmter Berufsgruppen, andererseits durch gesundheitsbedingte Frühpensionierungen. Diese Lücke zu verkleinern ist mindestens ebenso wichtig, wie die gesetzliche Anhebung des Antrittsalters.

Die schrittweise Anhebung ist ein unumgänglicher Schritt, um die zukünftige Finanzierbarkeit des Pensionssystems zu sichern. Durch niedrige Geburtenraten und steigende Lebenserwartung steigt das durchschnittliche Alter der Bevölkerung. Das heißt weniger Arbeitende müssen langfristig immer mehr Pensionisten finanzieren. Vor diesem Hintergrund erscheinen eine Maßnahmen wie die Anhebung auf 67 zwar als richtiger Schritt. Langfristig dürfte dies jedoch nicht die genannten Faktoren abfedern. Weitere Umstrukturierungen und Änderungen in Hinblick auf das derzeitige System sind vermutlich unumgänglich.